Nordkenia, Marsabit: 2. Training für Farmer

12. - 14. September 2023 mit Iris (ca. 30 Teilnehmende, davon ca. 5 Frauen)

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„Wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“
– Die Bibel; 2. Chronik 7, 13+14

Ich finde eine veränderte Situation vor Ort vor. Man hat hier den Clankrieg eingestellt. Und die Welt ist grüner geworden. Auch gibt es jetzt gefüllte Teiche und Tümpel. Ende letzten Jahres setzten sich Verantwortliche aus der Regierung, Älteste der einzelnen Clans und muslimischen Gruppen, aber auch die Leiter christlicher Gemeinden an einen Tisch und arbeiteten daran, den Krieg zu beenden.

Allen war klar, dass es angesichts der maßlosen, verheerenden Trockenheit Wichtigeres zu tun gibt, als Krieg gegeneinander zu führen. So beschloss man, Anfang des neuen Jahres (2023) für eine Woche ein Fußballstadion anzumieten. Jeden Tag sollte eine andere Volks- oder Religionsgruppe dort zusammenkommen, Gott suchen und ihn um Hilfe bitten. Eine ungewöhnliche Maßnahme. Man wollte, dass alle verfeindeten Gruppierungen Buße tun und Gott um Vergebung und um Regen bitten.

Gesagt, getan: Das Stadion war jeden Tag dieser Woche mit einer anderen Gruppierung voll; mal Moslems, mal Christen. Und sie beteten. Ein paar Tage nach dieser Aktion fing es endlich wieder an zu regnen! Es war unfassbar. Allerdings war der Boden so trocken, dass es vielerorts zu großen Überschwemmungen kam. Als ich nach Marsabit komme, finde ich für Marsabits Verhältnisse normales Regenzeitwetter vor.

Ich bin so froh, dass sie hier den Krieg beendet haben. Ich erzähle ihnen: „Gott hat sich an euch treu erwiesen. Und wenn ihr betet, hört Gott Gebete, weil ihr von euren brutalen Wegen umkehrt und euer Leben und Denken ändert.“

Wir können in der Landwirtschaft vieles machen. Eines können wir nicht: Das Wetter bestimmen. Gott ist es, der uns hört und uns hilft, wenn wir uns ihm zuwenden und ihn darum bitten. Ich gebe Beispiele, wo Gott uns in Deutschland auf dem Feld half und Regen schickte, als wir ihn dringend darum baten. Er kam mit einer Wolke, genau so groß wie unser Feld.

Ein alter Scheikh mit Namen Adan erzählt, dass er 12 Kühe gehabt habe. 10 davon seien in der Trockenzeit verendet, weil sie nur Plastik zu fressen gefunden hätten. Die beiden übrig gebliebenen Tiere seien während der Flut schwer krank geworden und beinahe gestorben.

Da habe er Gott angefleht, Gott möge doch sein Tiere nicht so leiden lassen. Danach seien seine Tiere wieder aufgestanden und es sei besser mit ihnen geworden. Der Scheikh dankt Gott in der Gruppe für seine große Hilfe. Und bestätigt: Ja, Gott hört Gebet. Ich freue mich und bin dankbar, dass Scheikh Adan mein großer Befürworter wird.

Als Gruppe wachsen wir viel schneller zusammen als noch im ersten Training. Die DMM-Leute und zwei der Scheikhs werden zu meinen besten Mitarbeitern und Botschaftern. Ein Scheikh erzählt, er fordere in seinen Andachten und auch morgens, wenn er von den Dächern rufe die Menschen auf, nicht Bäume abzuhauen sondern wieder welche zu pflanzen.

Auch dass sie FMNR lernen und auf Pestizide und Kunstdünger verzichten sollten. Man habe in Marsabit viele Krebserkrankungen. Auf meine Nachfrage hin bestätigen alle, dass sie „Roundup“ (Glyphosat) ohne Schutzanzüge ca. 1x die Woche auf ihren Feldern verspritzen, wenn es ihr Geldbeutel zulasse … Ich bin fassungslos.

Highlight: Zusammenstellung einer Pflanzenliste einheimischer Pflanzen und deren Wirkungen und Nutzen für Mensch, Tier und andere Pflanzen.